Bau der Elbphilharmonie – Von der Idee zum Wahrzeichen Hamburgs

Ein Überblick über Planung, Bauverlauf und Herausforderungen beim Bau der Elbphilharmonie in Hamburg.

Der Bau der Elbphilharmonie in Hamburg zählt zu den größten und zugleich umstrittensten Bauprojekten der jüngeren deutschen Baugeschichte. Aus einer Idee im Jahr 2001 wurde ein spektakulärer Konzertbau und Wahrzeichen der Stadt – nach fast zehn Jahren Bauzeit und erheblichen Kosten- und Zeitüberschreitungen.

1. Ursprung und Planungsphase

Die Idee für ein Konzerthaus an der Elbe geht auf das Jahr 2001 zurück, als der Hamburger Projektentwickler Alexander Gérard erstmals ein Konzept vorstellte, den alten Kaispeicher A in ein Konzertgebäude umzuwandeln.

2003 präsentierte das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron einen Entwurf, der die Kombination des historischen Backsteinsockels mit einem modernen, geschwungenen Glasaufbau vorsah – inspiriert von Wellen und Schiffsslanken.

Im Jahr 2007 beschloss die Bürgerschaft Hamburgs unter Bürgermeister Ole von Beust offiziell den Bau.

2. Baustart und frühe Herausforderungen

Im April 2007 begannen die Bauarbeiten, und schon bald zeigte sich, dass das Projekt komplexer wurde als ursprünglich angenommen: Die aufwendige Architektur und anspruchsvolle technische Anforderungen führten zu Verzögerungen und erheblichen Kostensteigerungen.

Obwohl der Bau ursprünglich für die Fertigstellung 2010 geplant war, verlängerten sich die Arbeiten über Jahre hinaus. Zwischenzeitliche Kostenprognosen stiegen rapide – von anfangs wenigen hundert Millionen Euro über verschiedene Etappenvoranschläge.

3. Bauverlauf, Komplikationen und Kostenexplosion

Die Elbphilharmonie war von zahlreichen Herausforderungen geprägt:

  • Teile der Bauarbeiten verzögerten sich wiederholt, unter anderem wegen komplexer Fassadenkonstruktion und akustischer Anforderungen.
  • Der ursprünglich veranschlagte Baukostenrahmen von rund 77 Mio. € wuchs dramatisch an.
  • Letztlich betrugen die Gesamtkosten rund 866 Mio. € – mehr als das Zehnfache der ursprünglichen Summe.
  • Schwierigkeiten führten zu juristischen Auseinandersetzungen und einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der die Gründe für die Kosten- und Zeitüberschreitungen untersuchte.

Dieser Verlauf machte das Projekt auch international bekannt, mit teils kritischen Begleitberichten über Verzögerungen und Kosten.

4. Architektur und technische Besonderheiten

Die Elbphilharmonie besteht aus zwei klar erkennbaren Teilen:

  • Der Sockel aus dem historischen Kaispeicher A, ein Backsteinbauwerk, das die Basis bildet.
  • Der darüber gesetzte, geschwungene Glasbau, der als Konzert-, Hotel- und Wohnhaus fungiert und die Skyline dominiert.

Im Inneren befinden sich mehrere Konzertsäle, darunter ein Großer Saal mit Platz für über 2.000 Zuhörer, der auf aufwendigen Schallschutzfedern gelagert ist, um optimale Akustik zu gewährleisten.

5. Fertigstellung und Eröffnung

Am 31. Oktober 2016 wurden die Bauarbeiten offiziell abgeschlossen.
Nach Test- und Probeveranstaltungen folgte die feierliche Eröffnung am 11. Januar 2017 in Anwesenheit prominenter Gäste wie Angela Merkel, Joachim Gauck und Olaf Scholz.

Das Eröffnungskonzert im Großen Saal war ein Höhepunkt der Baugeschichte und markierte den Abschluss eines Projekts, das über ein Jahrzehnt Planung, Bau und Debatten umfasste.

Fazit

Der Bau der Elbphilharmonie ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Lehrstück über die Herausforderungen großer Infrastrukturprojekte: hochambitionierte Visionen treffen auf Realität, aus der ausgedehnte Bauzeiten und Kosten-Anpassungen resultieren. Heute steht die Elbphilharmonie als Wahrzeichen Hamburgs und Symbol moderner Baukunst – geprägt durch eine lange, turbulente Baugeschichte.

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